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26.11.04 Die Rheinpalz hat (am 13.11.04) anlässlich des MIA-Konzertes einen Artikel abgedruckt, in dem auch das Flugblatt (s.u.) und die VerteilerInnen erwähnt werden. Meinung bilden mit der Rheinpfalz ... . Hier der Artikel. (jpg, 178 kb; keine gute Qualität: Bildbearbeitungs-SpezialistIn gesucht!)


13.11.04 Der Text eines Flugblattes, das BesucherInnen des Mia-Konzertes am 10.11.04 im Capitol in Mannheim überreicht wurde. Ob es was geholfen hat, ist nicht belegt.


Warum ausgerechnet Deutschland?

Warum wir hier sind:
Mia haben ein Liebeslied geschrieben. Es heißt 'Was es ist' und ist ein Liebeslied an Deutschland. Mia machen bei 'angefangen' mit, einem Zusammenschluss von Leuten, die Deutschland und 'deutsch sein' irgendwie positiv besetzen wollen.

Was wir dazu zu sagen haben:
Es gibt so viele Möglichkeiten, sich eine Identität zusammenzuzimmern: die Musik, die wir hören, der Job, den wir machen, die Leute, mit denen wir uns umgeben, das Waschmittel, das wir benutzen ... . Manche Möglichkeiten benutzen wir freiwillig, viele werden uns von außen zugeschrieben, manche eignen sich, andere nicht.
Warum die nationale Zugehörigkeit, warum ausgerechnet Deutschland?
Nationalstaaten ziehen Linien durch die Welt. Nationalstaaten trennen Menschen voneinander, unterscheiden in 'die Zugehörigen' und 'die Fremden'.
MIA singen: "was ich jetzt weiß und noch nicht wusste - bin nicht mehr fremd in meinem land". Bei Advanced Chemistry heißt es in "Fremd im eigenen Land": "Ist es so ungewöhnlich, wenn ein Afro-Deutscher seine Sprache spricht und nicht so blaß ist im Gesicht? Das Problem sind die Ideen im System: Ein echter Deutscher muß auch richtig deutsch aussehen!"
Auch wenn Mia an dieser Stelle wohl einwenden würden, dass natürlich auch ein Mensch mit dunkler Hautfarbe 'deutsch' sein kann: Wer 'deutsch' sein will, muss früher oder später auch sagen, was es denn ausmacht, 'deutsch' zu sein. Und dann geht es los mit dem willkürlichen, irrationalen Grenzen-Ziehen zwischen den 'deutschen' Eigenschaften und den 'nicht-deutschen'. (Frag dich einfach mal, was 'deutsch' ist. Irgendwelche Ideen, die nicht ausschließen?)
MIA haben einen einfachen Kniff entdeckt: "es ist was es ist sagt die liebe - was es ist fragt der verstand". Wenn wir in der rationalen Auseinandersetzung die Sinnlosigkeit erkennen müssten, sollen wir uns einfach auf unser Gefühl zurückziehen. Und (nur) so lässt sich über Deutschland sagen: "ich freu mich auf mein leben - mache frische spuren in den weißen strand". Dass es, was Deutschland angeht, wahrlich schon genug Spuren im überhaupt nicht mehr weißen Strand gibt, wird im Gefühlstaumel glatt übersehen.
Oder im Klartext: Wer Deutschland als 'weißen Strand' bezeichnet, weist den Weg ins 'neue deutsche land': Die deutsche Geschichte wird entsorgt, die Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus wird ausgelöscht.

Wirklich niemand braucht Deutschland. Feel free to not feel deutsch.

Viele Grüße von deinen Lieblingssendungen bei bermuda.funk:
Vorwärts und nicht Vergessen & Un-Pop
(Mitglieder der Rock'n'Roll Highschool Mannheim)


Links zum Nachlesen:
http://www.miarockt.de
http://www.angefangen.de/angefangen/index.html
http://www.taz.de/pt/2003/11/12/a0186.nf/text
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/104/16.html
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/427/20407
http://www.alhambra.de/zeitung/dez03/mia.htm
http://www.mia-ist-uebel.tk
http://www.bermudafunk.org
http://www.un-pop.bermudafunk.org
http://www.rnrhighschool-mannheim.de




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